Tomas Galasek wirkt als Botschafter und Dolmetscher
Ex-Profi unterstützt den Eckenhaider "Internationalen Raiffeisen-Jugend Cup"
Regelmäßig kann der SC Eckenhaid bei seinem "Interna­tionalen Raiffeisen-Jugend Cup" für U11-Mannschaften Gäste aus Tschechien begrüßen: auf dem Feld bei der zehnten Auflage am kommen­den Samstag einmal mehr das Nach­wuchsteam von Viktoria Pilsen. Aber auch tschechische Zaungäste werden da sein – prominentester darunter ist seit Jahren Tomas Galasek, der frühere Kapitän der tschechischen Natio­nalelf, des 1. FC Nürnberg und von Ajax Amsterdam. Er lebt seit Jahren in dem Eckentaler Ortsteil, sein Sohn spielte vor seinem Wechsel zum FSV Bruck beim SCE. Und der 42-Jährige ist gewissermaßen der Eckenhaid-Bot­schafter in seiner Heimat und "be­sorgt" stets mindestens einen tschechi­schen Turnierteilnehmer.
 

„Eigentlich müsste es in diesem Jahr Toni-Egloffstein-Cup heißen“, meint der Trainer des Bayernligisten Sp Vgg Weiden. Mit dem Ende Juni verstorbenen „Vater des Turniers“ und langjährigen SCE-Vorsitzenden verband Galasek eine enge Bezie­hung. „Als ich hier mal ein Drei-Tages-Trainingslager machen wollte, hat mir Toni geholfen, alles erlaubt und organisiert“, erinnert er sich an den ersten Kontakt. „Und dafür woll­te ich etwas zurückgeben“, begründet er sein ehrenamtliches Engagement – wenn es seine Zeit zulässt, stellt er nicht nur Kontakte her und vermittelt Teilnehmer aus seiner Heimat, son­dern ist sich auch für Dolmetscher­dienste nicht zu schade.

Und dann verrät der Ex-Profi und Publikumsliebling Überraschendes: In seiner Heimat sei er in letzter Zeit „ein bisschen in Vergessenheit gera­ten“, spätestens seit er als Co-Trainer der Nationalmannschaft auch gehen musste, als Chefcoach Michal Bilek gefeuert wurde, „weil wir die Qualifi­kation für die WM in Brasilien ver­passt haben“. In Amsterdam hingegen genieße er immer noch enorme Wert­schätzung. „Die meisten Kontakte habe ich nach Holland – als Ajax Ende August in der Europa League bei FK Jablonec gespielt hat, haben sie mich eingeladen, dass ich in Jablo­nek dabei bin“, berichtet Galasek nicht ohne Stolz. „Die Kontakte nach Holland und Tschechien sind nicht vergleichbar.“

Ob es daran gelegen hat, dass seine Einladung namens des SC Eckenhaid an Sparta Prag diesmal unbeantwortet blieb, darüber will er nicht spekulieren. In der für ihn typi­schen diplomatischen Art verweist er lieber auf die Entfernung zwischen Eckenhaid und der tschechischen Hauptstadt: „Pilsen muss nur einein­halb Stunden mit dem Auto fahren, das geht einfacher, sie können am Spieltag anreisen.“ Ein Gespräch mit Tomas Galasek ohne einen Schwenk zum 1.FC Nürn­berg ist fast undenkbar. „Ich habe schon überlegt, was Sie fragen wer­den“, sagt er schmunzelnd. Eher bei­läufig verrät er, dass er zwei Angebote seines früheren Arbeitgebers für den Jugendbereich erhalten hat. Dass er die ablehnte, erscheint nachvollzieh­bar, als er erzählt, es habe sich um Co-Trainer-Posten gehandelt, unter anderem bei der U16. „Ich habe einen Profischein und wollte mich irgendwo als Cheftrainer versuchen.“ Am liebsten im Umkreis von etwa 100 Kilometern, da er mit seiner Familie in Eckental heimisch geworden sei. Eines ist ihm wichtig: „Ich habe dem Club auch gesagt, dass die Tür von mir aus nicht zu ist.“

 

Nürnberger Zeitung am 15.9  Artikel von Phillip Roser

Bericht Nürnberger Zeitung 21.09.2015
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